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2. Die Rollen des Entwerfens

2.1 Was Entwerfer tun und in welchem Kontext sie arbeiten

Entwerferisches Arbeiten findet in unterschiedlichen Kontexten statt, was unter anderem unterschiedliche Kontrollsituationen mit sich bringt. Eine Aufzählung verschiedener Kontextsituationen kann beispielsweise durch die Formulierung folgender Fragen geschehen:

2.2 Über die Struktur von Problemen und wie Probleme entstehen

Genealogie von Problemen: Stufen
Probleme erzeugen bei den Betroffenen eine Reihe von Wahrnehmungen, Fragestellungen und Folgerungen. Ein typischer Ablauf entspricht der folgenden Aufzählung:

  1. Unbehagen, Irritation
  2. Unbehagen lokalisieren
  3. Feststellung einer Diskrepanz zw. Ist und Soll
  4. Warum klaffen Ist und Soll auseinander?
  5. Kausierung: erster Schritt in eine Lösungsrichtung
  6. Das Problem wird "brennend"
  7. Sollte man sich entschließen, etwas zu tun-
    es entstehen Kosten und Schäden, wenn nichts getan wird
  8. Entschluß zum Handeln/zur Investition
Nicht selten verzweigt dieser Ablauf in vergleichbare 'Sub-Problem-Genealogien' oder erzeugt bzw. mündet in weitere Problemsituationen. Es entsteht ein Netzwerk aus Sub- und Rückkoplungsschleifen: Das 'blubbernde Blasenmodell der Problemgenealogien'.

2.3 Problemarten

(1) Kategorisierung von Prozessen, die zur Auflösung beitragen:

(2) Nach Rittel: Zahme Probleme vs. bösartige Probleme (vgl. 2.4)

2.4 Die Eigenschaften von Entwurfsproblemen

Horst Rittel unterscheidet in Dilemmas in a General Theory of Planning zahme und bösartige Probleme (engl.: tame vs. wicked problems). Folgende Probleme werden als zahm beschrieben:

Damit unterscheiden sie sich von den bösartigen Problemen, die folgende Eigenschaften besitzen:
  1. Entwurfsprobleme sind nicht eindeutig und endgültig formulierbar
  2. Entwurfsprobleme haben keine Stoppregel (im Gegensatz zu zahmen Problemen können sie ihre erfolgreiche Bearbeitung nicht anzeigen)
  3. Lösungen von bösartigen Problemen sind nicht richtig oder falsch, sondern gut oder schlecht
  4. Es gibt keinen unmittelbaren Test bzw. Kontrolle
  5. Jede Lösung eines bösartigen Problems ist eine 'one-shot operation': Es gibt keine Möglichkeit, durch trial-and-error zu lernen, jeder Versuch zählt
  6. Bösartige Probleme besitzen keine vollständige Liste von Lösungen, ebensowenig läßt sich eine endliche Auflistung von Lösungsoperationen formulieren
  7. Es gibt keine zwei gleichartige Entwurfsprobleme
  8. Jedes Entwurfsproblem kann als Symptom eines anderen Problems aufgefaßt werden
  9. Für Entwrfsprobleme gibt es eine Vielzahl 'richtiger' Erklärungen
  10. Der Entwerfer hat kein Recht auf Versagen

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