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Das Gewicht des Pylons hält das Brückendeck im Gleichgewicht, so daß keine weitere Rückverankerung benötigt wird; unter maximaler Belastung richtet sich der Pylon leicht auf. Es entsteht eine neue Art der Hängebrücke, bei der ein Satz Haltetaue durch das Gewicht eines Pylons ersetzt wird. Für den Betrachter entsteht ein dynamischer Moment; der geneigte Pylon scheint Gefahr zu laufen, umzukippen und wird gerade noch von den schmalen Tauen in seiner schwebenden Position gehalten.
Die Abbildung zeigt die in der Konstruktion auftretenden Kräfte in Vektoren (Kraftecke):
Um das Gewicht der Fahrbahn aufnehmen zu können, wurde der Pylon als betongefüllte Stahlkonstruktion ausgeführt. Im Inneren des Pylons ist zusätzlich ein Schacht für Service- Arbeiten vorgesehen. Der Pylon wurde errichtet, indem einzelne Segmente der Stahlhülle mit einem Kran an ihren Platz gehoben und dort verschweißt wurden; anschließend wurde die Stahlhülle mit Beton gefüllt. Die Fahrbahn sollte nach Calatravas Planung ursprünglich im freien Vorbau errichtet werden, der Bauherr bestand allerdings auf einer herkömmlicheren Bauweise: Während der trockenen Sommermonate wurde im Flußbett ein Gerüst errichtet, auf diesem ruhte der Kastenträger bis zur Verankerung der Haltetaue am Pylon.
Die Fahrbahn besteht aus einem hexagonalen Kastenträger, der von den Halteseilen getragen wird. Er besteht aus Stahl und ist im Inneren hohl, um einen größeren Durchmesser und dadurch eine größere Biegesteifigkeit zu erreichen. Die Biegesteifigkeit wird vor allem dazu benötigt, den Zugkräften aus den Seilen entgegenzuwirken und eine Verformung des Trägers sowohl unter Zug- (Seile) als auch Druckbelastung (Eigengewicht, Verkehrslasten) zu verhindern. Von diesem Kastenträger- Rückgrat kragen die Stahlträger aus, die das Straßenbett tragen. Unter asymmetrischer Belastung entsteht am Hauptträger eine Torsionsbelastung, die der hexagonale Kastenträger aufgrund seines großen Durchmessers aufnehmen kann.
Die 3,75 m breite Oberseite des Kastenträgers dient als Fußgängerweg der Brücke. Gegenüber der Fahrbahn liegt er leicht erhöht (1,6 m) zwischen den getrennten Fahrbahnen und zeigt die Beachtung, die Calatrava in seinen Entwürfen den Fußgängern und Radfahrern zeigt.
Das Prinzip der Balance und des dynamischen, schwebenden Moments erscheint immer wieder in den Entwürfen Calatravas. Ein Dialog von Gewicht und Gegengewicht ist bereits in einer 1986 von Calatrava geschaffenen Skulptur klar erkennbar (siehe Abbildung).

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