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Postscript gezippt / 13 DIN A4 Seiten |
Die Bedeutung des Denkmalschutzes für die Erhaltung des Kulturerbes einer Region ist erst seit zwei Jahrzehnten allgemein anerkannt. Durch die Kulturhoheit der Bundesländer sind für den Denkmalschutz vor allem die Denkmalschutzgesetze der Länder von Bedeutung, die erst seit den siebziger Jahren existieren. Die Ziele des Denkmalschutzes erfordern neben finanziellen Mitteln auch Sachverständige, die im konkreten Fall über die Substanz erhaltungswürdiger Objekte urteilen und so die Grundvoraussetzung für die Erhaltung und Restaurierung schaffen. Diese Aufgabe übernimmt die / der RestauratorIn.
Der Beruf der Restauratorin / des Restaurators ist noch sehr jung, daher gibt es in Deutschland noch keine exakt geregelte Ausbildung. Obwohl in den letzten Jahren an einigen Hochschulen Studiengänge zur Ausbildung von RestauratorInnen installiert wurden, kommen diejenigen, die heute beauftragt werden, Maßnahmen an Kunstwerken und kulturhistorischen Objekten durchzuführen, meist aus anderen Handwerksberufen. Die Aufgaben der Restauratorin / des Restaurators sind vielfältig: Neben Metall-, Buch-, Gemälde- und Steinrestaurierung gewinnt zunehmend die Gebäuderestaurierung an Bedeutung. Da jedes der Aufgabenfelder ein eigenes umfangreiches kunsthistorisches und methodisches Wissen erfordert, sind RestauratorInnen oft nur in einem speziellen Teilbereich tätig. Meine Praktikumserfahrung als Restauratorin möchte ich exemplarisch anhand der Darstellung eines Arbeitsschritts einer Gebäudesanierung - der bauhistorischen Untersuchung - dokumentieren.
Die Restaurierungswerkstatt Keßler / Kassel
Die Restaurierungswerkstatt Keßler, die mich während der Zeit meines Praktikums ausbildete, wird geleitet von Jürgen G. Keßler, akad. Maler und Restaurator. Als freier Mitarbeiter ist neben Herrn Keßler noch Wolfgang Petzholdt, ebenfalls Restaurator, in der Firma Keßler tätig. Je nach Auftragsvolumen schwankt die Zahl weiterer Mitarbeiter und Praktikanten.
Auftraggeber der Firma Keßler sind meist das Amt für Denkmalpflege des Landes Hessen oder Thüringen bzw. andere untergeordnete Denkmalschutzbehörden. Dementsprechend sind die Baustellen der Firma auch verstreut und zum Teil relativ weit von Kassel entfernt. Die Art der Aufträge erstreckt sich über ein breites Tätigkeitsspektrum. Die Firma Keßler übernimmt die Restaurierung alter Wandgemälde ebenso wie die Restaurierung von historischen Fassadengestaltungen, Bauteilen, Möbeln, Bildern und Rahmen.
Neben künstlerischen Aufgaben werden von der Restauratorin / dem Restaurator vor allem analytische Fähigkeiten gefordert, da er meist über den Zustand historisch bedeutsamer Objekte urteilen muß. Dies erfordert ein umfangreiches kunsthistorisches Wissen zum einen und viel praktische Erfahrung zum anderen. Gerade in der Gebäuderestaurierung ist das Wissen über historische Bauweisen, Materialien und besonders regionale Besonderheiten von großer Bedeutung.
Währed meines Praktikums habe ich an vielen verschiedenen Aufgaben mitgearbeitet, die zusammengenommen ein Bild der vielfältigen Tätigkeiten eines Restaurators ergeben:
Die bauhistorische Untersuchung ist eine vorläufige Befunduntersuchung bzw. eine Bestandserfassung eines Gebäudes, das auf seinen Zustand hin untersucht werden soll. Es wird festgestellt, ob und wie die Substanz des Objektes erhalten werden kann. Die bauhistorische Untersuchung ist somit Grundlage aller weiteren Entschlüsse, die das Gebäude betreffen und über dessen weiteres Schicksal entscheiden. Obwohl die Sanierung des Gebäudes eigentlich im Aufgabenbereich des Architekten liegt, hat dieser oft nicht das erforderliche kunsthistorische Wissen, um das Gebäude unter Berücksichtigung der vorhandenen Substanz schonend zu sanieren.
'Jeder Versuch, die Lebensdauer historischer Bauwerke zu verlängern, ist mit dem Risiko verbunden, daß sie dabei ihren besonderen Charakter als Zeugnisse der Geschichte verlieren; dieser Gefahr kann man wirksam nur begegnen, wenn man vor jeder Entscheidung über Eingriffe und Veränderungen den Bestand mit all seinen individuellen Eigenschaften und Merkmalen kennenlernt, d.h. sorgfältig untersucht, dokumentiert und beurteilt.' (Wolf Schmidt)
Die Untersuchung und Dokumentation des Bestands sind die Aufgabe des Restaurators, der aufgrund seines Fachwissens ein detailliertes Bild des Gebäudezustands sowie des ursprünglichen Bauwerks abgeben kann. Darauf aufbauend kann ein Architekt einen konkreten Sanierungsvorschlag einbringen, der den historischen Wert des Gebäudes so wenig wie möglich mindert und gleichzeitig den Erhalt und die weitere Nutzung ermöglicht.
Da es keine verbindlichen Richtlinien für die Methoden der Bestandsaufnahme an historischen Objekten gibt, sind die verwendeten Verfahren unterschiedlich. Die Firma Keßler hat eine eigene Form der Untersuchung entwickelt, die einen kompakten und dennoch genauen überblick über das Bauwerk erlaubt und für den später hinzugezogenen Architekten leicht handhabbar ist.
Bauhistorische Untersuchung eines Fachwerkhauses in Treffurt (Wartburgkreis)
Ziel der Untersuchung ist eine Bestandserfassung der erhaltenen Fachwerkkonstruktion sowie vorhandener historischer Ausstattungsstücke, Besonderheiten und gesicherter Farbfassungen durch fotografische und zeichnerische Mittel sowie deren Beschreibung und Lokalisierung innerhalb von Grundrißskizzen.
Nach einer ersten Begehung des Gebäudes kann bereits eine allgemeine Einschätzung vorgenommen werden.
Ein Auszug aus dem späteren Bericht:
'Bei dem Fachwerkhaus handelt es sich um einen dreigeschossigen Stockwerkbau aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Laut Datierung des Büros für Bauten- und Kunstgutforschung / Erfurt datiert das Fachwerkhaus aus dem Jahr 1546 / 47 (Dentrochronologische Untersuchung). Das Gebäude ist über einen tonnengewölbten Keller sowie einem unverputzten Sandsteinsockel errichtet unter nachgewiesener Verwendung wesentlich älteren Balkenmaterials (z.B. Dachwerk-Ständer von 1448). Es besitzt eine giebelständige Ausrichtung (Ost / West); mehrere bauliche überformungen sind partiell nachweisbar.' (Jürgen G. Keßler)

Der wesentliche Teil der bauhistorischen Untersuchung ist die genaue Aufnahme des Gebäudes. Dazu gehören Grundrisse, Fassadenansichten und bauliche Details, die zeichnerisch und fotografisch festgehalten werden.
'Für die meisten Gebäude liegen keine Baupläne mehr vor. Fehlen sie, müssen sie erarbeitet, sind sie vorhanden, gewissenhaft überprüft und ergänzt werden. Bestandspläne sind vor allen technische Pläne. Sie müssen stimmen und vollständig sein. In Ausnahmefällen bei wervollen Baudenkmälern steht die gestalterische, zeichnerische Dokumentation des Bauwerks im Vordergrund einer Bestandsaufnahme. Eine Bestandsaufnahme ist vor allem ein Werkplan, der bewußt alle technischen Daten beinhalten muß, die man braucht, um die Planung der Baumaßnahme, ob Umbau, Restaurierung oder Instandsetzung etc., durchführen zu können.' (Otfried Rau, Ute Braune)
Da für das Fachwerkhaus in Treffurt vor allem die Konstruktion von Bedeutung ist, muß beim Aufmaß besonders auf Hinweise geachtet werden, die auf spätere Veränderungen des Hauses schließen lassen. Wichtige Hinweise sind vor allem die Fachwerkverbindungen; je nach Epoche wurde die Verbindung der einzelnen Balken mit unterschiedlichen Techniken ausgeführt, die jeweils eigene typische Merkmale besitzen. Teilweise muß aufgrund von Zapflöchern auf vollständig entfernte Bauteile geschlossen werden. Oft ist die Untersuchung des Fachwerks erheblich erschwert, da große Wandflächen verputzt sind und die Lage der Balken nicht sofort ersichtlich ist. In diesem Fall muß die Lage der Balken geschätzt und der Putz an den betreffenden Stellen entfernt werden, um die Vermutung zu bestätigen. Alle Bauteile werden vermessen, fotografiert und in Skizzen festgehalten. Für die vollständige Dokumentation werden die einzelnen Skizzen und Fotos kombiniert, es entsteht ein Bild des ursprünglichen Gebäudes.
Die folgenden Seiten veranschaulichen die Ergebnisse der bauhistorischen Untersuchung in Treffurt (Auszug aus der abschließenden Dokumentation):
-Aus Platzgründen hier nur die Rekonstruktion der Westfassade-

Bauschäden
Es ist nicht das vorrangige Ziel der bauhistorischen Untersuchung, die vorhandenen Bauschäden zu dokumentieren. Die Untersuchung soll in erster Linie den Befund vollständig erfaßbar machen, um ein weiteres Vorgehen, z.B. die Stabilisierung des Fachwerks, zu ermöglichen. Da der Zustand des Fachwerks allerdings sowohl unter denkmalpflegerischen als auch unter konstruktiven Gesichtspunkten von großer Bedeutung ist, muß bei der Analyse des Balkenwerks besonders sorgfältig gearbeitet werden.
'Fachwerk ist nicht nur eine besonders schöne, sondern zugleich eine sehr dauerhafte Bauweise. Besteht es gar aus Eichenholz, wird es nur durch Feuer und menschliche Dummheit gefährdet. Es ist erstaunlich, wieviel bedenkliche Engriffe in die Konstruktion das Fachwerk geduldig ertragen hat. Zu allen Zeiten hat man Kopfbänder abgesägt, Riegel entfernt, Unterzüge beseitigt oder Stützen ihrer Sattelhölzer und Kopfstreben beraubt, weil man Türen einbrechen, Fenster vergrößern, die Kopffreiheit verbessern oder gelegentlich auch nur Nutzholz gewinnen wollte. Und dennoch kam es nur sehr selten zum Einsturz, eher schon zu beachtlichen Verformungen. Der große Vorteil liegt eben in der Elastizität der Konstruktion, die bei gedankenlosem Entfernen eines tragenden Gliedes die Kräfte auf ein anderes verlagert.'
Auch im Fall des Fachwerkhauses in Treffurt wurde die Fassade im Lauf der Jahrhunderte mehrfach überformt. Neue Fenster und Türen wurden eingefügt; der gesamte Giebel besteht weitgehend nicht mehr aus der Originalsubstanz. Fehlende Teile des Gebäudes können allerdings aufgrund von offenen Zapf- und Nagellöchern gut rekonstruiert werden. Auffällig ist die Unachtsamkeit, mit der im Laufe der Zeit spätere Veränderungen vorgenommen wurden: Oft wurde die Tragfähigkeit des Fachwerks nicht berücksichtigt und die Standsicherheit des gesamten Gebäudes durch unterdimensionierte Ständer und Streben gefährdet. Ursprünglich wurde als Material für die Balken ausschließlich Eichenholz verwendet, das durch seine Härte, Widerstandsfähigkeit und besondere Bearbeitung dem Fachwerk eine außergewöhnliche Stabilität und Dauerhaftigkeit verleiht. Später eingefügte Teile bestehen meist aus weicheren und kurzlebigeren Materialien (Weichholz), die die Qualität und Sicherheit des Fachwerks mindern.
Eine Vielzahl weiterer typischer Bauschäden kann an Fachwerkhäusern auftreten, ein großer Teil der unten aufgeführten Mängel trifft auch auf das Fachwerkhaus in Treffurt zu.
'Dachmängel
- Ortgang, Traufe, Rinne, Fallrohre, Dachanschlüsse, Anschlüsse zu Dachaufbauten wie Gauben, Dachfenster, Dachkehlen, Gebäudeanschlüsse
- Ortgang und Traufgesims (schlechte bzw. faule Stellen, Fehlstellen, verschoben, abgesunken) Holzteile an der Fassade
- Funktionsfähigkeit der tragenden, versteifenden, formbewahrenden und füllenden Holzteile
- Nässe, Fäulnis, Trockenfäule
- Pilzbefall
- Schwammbefall
- Insektenbefall
- Bruchstellen, seitwärts schiebende Teile, Absenkungen
- Klaffende Stöße und Holzverbindungen, offene Stöße, eindringendes Wasser
- Anschlüsse an Fenster, an Fensterbänke, an Futter und Bekleidungen, an den Sockel und an andere Mauerteile, an Nachbargebäude
Fachwerkfelder - Putz und Anstrich
Fachwerkverkleidungen
- Gelöste Putzteile, verfaulte Putzteile, freiliegende Lehmfelder und Lehmteile
- Offene Fugen zwischen Putz und Holz, überputzte Holzteile, Abplatzen des Putzes, offene Fugen bei Ziegelmauerwerk
- Verwitterter Anstrich auf den Fachwerkfeldern, sich lösende, reißende, abschälende Anstrichreste (alte Dispersionen und ähnliches) auf dem Hozwerk
Schäden an der Verschindelung, nicht hinterlüftete Verkleidung, unsachgemäße Verkleidungen, falsche Oberflächenbemalung, Verkleidungsmaterialien erneuerungsbedürftig, kaputte FensterbänkeSockel
(Bild und Text:Otfried Rau, Ute Braune)
Falscher Sockelanschluß an Schwelle, abgefrorene Putzteile, feuchter Putz, feuchte Fundamente, beschädigte Anschlüsse an den Fundamenten, zu hoch angefülltes Gelände, aufgefrorene Fundamente'
Farbe und historische Ausstattungsstücke
Neben der Konstruktion sind im Rahmen der bauhistorischen Untersuchung auch die historische Nutzung und farbliche Gestaltung der Räume zu dokumentieren. Die / der RestauratorIn muß meist mit Vergleichen zu anderen Gebäuden aus der gleichen Stilepoche auf die historische Nutzung schließen. Daraufhin müssen die Vermutungen mit konstruktiven Details oder anderen historischen Fragmenten belegt werden. Im Fall des Treffurter Fachwerkhauses ergaben sich mehrere Vermutungen, die nicht eindeutig belegbar waren:
Die Analyse der verschiedenen Farbfassungen historischer Räume und Gebäude ist ein weiterer Teil der bauhistorischen Untersuchung. Die unterschiedlichen Farbschichten werden schrittweise in sog. Farbtreppenschnitten systematisch freigelegt, bis die erste erhaltene Fassung erreicht ist. Der Freilegungsvorgang erfordert große Sorgfalt und Erfahrung des Restaurators/der Restauratorin, da die einzelnen Farbschichten mit unterschiedlichen Lösungsmitteln und Techniken voneinander getrennt werden müssen. Das Fachwerkhaus in Treffurt weist keine besonderen farbigen Fassungen auf. Ebenso wie für das allgemeine Vorgehen bei einer bauhistorischenn Untersuchung gibt es für das Freilegen der Farbfassungen wenig Richtlinien. Eine mit dem Kesslerīschen Verfahren vergleichbare Vorgehensweise wird an der Fachhochschule Köln praktiziert: Ein Bericht über bauhistorische Untersuchungen beschreibt Strategien für die Erfassung und Analyse historischer Substanz sowie Techniken der Befunduntersuchung und -dokumentation.
'Ziel der Außeninstandsetzung von Baudenkmälern muß es sein, den originalen Eindruck des Gebäudes möglichst genau wiederzugeben, und zwar so, wie er wirklich war, und nicht so, wie der jeweilige Zeitgeschmack ihn gerne hätte. Bestimmend für die Wirkung sind nicht nur die Großformen der Fassade wie Türen und Fenster, Wandgliederung, Giebel und Dach, sondern in gleicher Weise die architektonischen Details, die Oberflächenbehandlung und die Farbigkeit. (...) In jedem Fall sollte man bei der Restaurierung eines historischen Bauwerks Untersuchungen zur ursprünglichen Farbigkeit anstellen und damit erfahrene Restauratoren beauftragen. Eine sorgfältige Dokumentation ist auch dann erforderlich, wenn eine Rekonstruktion nicht in Frage kommt, denn die Wissenschaft braucht noch mehr Material als bisher, um gültige Aussagen zur Farbigkeit der Architektur machen zu können.'
(Gottfried Kiesow)
'Die Befunduntersuchung ergab, daß die heutige Mittelwand nachträglich eingebaut worden war. Sie steht an Stelle einer früheren Mittelwand, die ebenfalls nicht zur Originalsubstanz gehörte. Der ursprüngliche Raum wurde somit später (vermutlich schon im 19. Jahrhundert) unterteilt. Der Verlauf der Farbschichten in der Wand deutet darauf hin, daß diese Wand später wieder ausgebaut wurde und erst einige Zeit danach die heutige zweite Wand folgte. (...) Beide Räume zeigten mehrere Ausstattungsphasen. Zahlreichen Farbschichten folgten gleich mehrere Tapetenlagen. Eine relative Datierung der Tapeten war über Zeitungen möglich, die wir als Untertapete bzw. zur Abdichtung der Wandanschlüsse fanden. Die älteste Zeitung wurde auf der südlichen Giebelwand gefunden und stammt von Mai 1954. Unter den Farb- und Tapetenschichten waren an einigen Stellen die Teste eines älteren Haarkalkputzes, der wohl noch aus der ersten Bauphase stammt.'
(Norbert Schöndeling)
Die Zukunft der Bauhistorischen Untersuchung
Innerhalb des noch jungen Tätigkeitsfelds der Restaurierung nimmt die bauhistorische Untersuchung einen wichtigen Platz ein: Als erste fachmännische und systematische Untersuchung und Dokumentation eines historischen Bauwerks wird sie zur Grundlage aller weiterer Entscheidungen. Für die Denkmalpflege sind die Hinweise auf historische Bedeutung und kulturelles Erbe einer Region ebenso wesentlich wie die erste Aufnahme von Konstruktionsweise, Materialien und Aufmaß für den Architekten. Dieser kann aufgrund der bauhistorischen Untersuchung eine erste Einschätzung der für die Sanierung erforderlichen baulichen Maßnahmen vornehmen und gleichzeitig mit den denkmalpflegerischen Anforderungen abstimmen.
Mit wachsender Bedeutung des Denkmalschutzes wird mit Sicherheit auch die bauhistorische Untersuchung ein breites Anwendungsspektrum finden. Mit den ersten Einblicken, die ich während meines Praktikums bei der Firma Keßler in die Thematik erhalten habe, konnte ich nicht nur meine Kenntnisse im handwerklichen und historischen Bereich erweitern, sondern auch einen ersten Eindruck der Aufgaben eines Architekten in der Praxis erhalten. Die Bedeutung, die der bereits vorhandenen Bausubstanz in Zukunft zukommen wird, steigt mit jedem neuen fertiggestellten Gebäude. Ein wichtiges Tätigkeitsfeld der Architektur wird die Sanierung bereits vorhandener Baustrukturen sein. Dies erfordert ein Umdenken seitens der ArchitektInnen, die bisher in erster Linie mit dem Entwurf von Neubauten befaßt sind und sich in viel stärkerem Maße den bereits vorhandenen Bauten und ihrer Geschichte widmen sollten, um bei Bedarf mit alter Bausubstanz umgehen zu können.
Keßler, J. G.: Bestandserfassung. Fachwerkhaus - Kirchstr. 31, Treffurt/Wartburgkreis 10/97
Kiesow, Gottfried: Einführung in die Denkmalpflege, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1982
Rau, Otfried und Braune, Ute: Der Altbau. Renovieren, Restaurieren, Modernisieren, Verlagsanstalt Alexander Koch, Leinfelden-Echterdingen, 19862
Schmidt, Wolf: überfordert der Denkmalschutz die Denkmalpfleger? Versuch einer Standortbestimmung. In: Schmidt, Hartwig (Hrsg.): Erhaltungskonzepte. Methoden und Maßnahmen zur Sicherung historischer Bauwerke. Verlag für Architektur und technische Wissenschaften, Berlin 1993
Schöndeling, Norbert: Unter die Tapete geschaut. Bauhistorische Untersuchungen an einem Bergischen Backhaus.
Literatur